Frank Kunert - Fotografien kleiner Welten

Presse

Schmunzeln und Nachdenklichkeit passen in diesem wunderbaren Band bestens zusammen.

– Gerhard Mack zum Bildband "Wunderland"; Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 27. Oktober 2013

Faszinierend.

– Zum Bildband "Wunderland"; Neue Westfälische, 26. Oktober 2013

Nicht alles, was früher war, ist auch besser, sehen wir in seinen Fotografien – und wenn Träume platzen, ist das manchmal gar nicht so schlimm, aber meistens sehr lustig.

– Zum Bildband "Wunderland"; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. Oktober 2013

Ein kleiner Hinterhofbalkon, auf den die Sonne scheint. Idylle pur, es sieht nach absoluter Ruhe aus, dort würde ich jetzt gern sitzen. Vielleicht mit einem Buch in der Hand und einem leckeren Kaffee dazu. Ringsrum könnte es für meinen Geschmack noch etwas grüner sein – aber das ist es nicht, was mich irritiert.

Die eigentliche Frage ist doch: Was machen diese Schienen da? Die Schienen, die unter dem Balkon verlaufen. Ja, vielleicht liegen die noch von früher dort, als das Haus noch nicht dort stand. So jung sieht das Haus aber gar nicht aus. Und die Schienen auch nicht so alt, nicht einmal Sand hat sich dort abgesetzt. Was ist also hier los?

Nach der anfänglichen Irritation, die sich beim dritten oder vierten Blick auf die “Kleine Welten” von Frank Kunert verlässlich einstellt, folgt diese Frage. Was ist hier los, was stimmt hier nicht? Handelt es sich vielleicht um eine Bildmontage? Oder gar eine Computeranimation?

Nein, viel besser: Die kleinen Welten sind Modelle, die der Fotograf höchstselbst in detailverliebter Arbeit für seine Fotografien mit den üblichen Mitteln des Modellbaus herstellt. Viele Wochen lang schneidet, klebt, malt und bastelt er, bis die Kulisse so gut ist, dass die Täuschung des ersten und zweiten Blickes perfekt ist.

Dass man bei näherer Betrachtung oder auf großformatigen Abzügen der Fotografien sieht, dass es sich um Modelle handelt, ist durchaus beabsichtigt. Es geht Kunert nicht um die perfekte Darstellung absurder Szenen, auch wenn es im ersten Moment verblüffend ist, wie real er Größenverhältnisse, Farben, Strukturen, Details nachahmt und das Licht setzt.

Viel mehr regt das Spiel mit Realität und Modell, Wahrnehmung und Erfahrung zum Nachdenken an und schafft es überhaupt erst durch den Moment des Erkennens, die teilweise gesellschaftskritische Tiefe hinter den oberflächlich vermeintlich lustigen Arrangements anzudeuten. Die der Betrachter dann aus dem kurzen Schreck, dass reale Absurditäten dokumentiert worden sein könnten, weiterdenken kann.

Eine entscheidende Rolle spielen hierbei auch die Bildtitel, die das ganze Werk abrunden. Völlig alltägliche Worte und Redewendungen legt Frank Kunert auf die Goldwaage oder zeichnet eine mögliche, wenn auch ungewöhnliche Interpretation.

Schier unerschöpflich scheint dabei sein Fundus zu sein und beim Betrachten der Fotos mit ihren Titeln, die dem Ganzen oft noch eine zweite Ebene geben, denke ich immer wieder: Darauf hätte ich wirklich selbst kommen können. Es ist erstaunlich, in was für eingefahrenen Bahnen wir oft denken, wie selbstverständlich eine bestimmte Bedeutung eines Wortes oft zwischen so vielen anderen möglichen ist.

Besonders gut gefällt mir an Kunerts Bildwelten auch, dass sich neben den wortspielhaften Bildideen ein bestimmter Stil, eine eigene Stimmung durch die Arbeiten zieht: Schmucklose Betonhäuser, wohlbemessener Schmutz, herumliegender Kleinkram. Das gedämpfte Licht eines müden Tages, abgenutzte Gegenstände, alte Farben.

Ich assoziiere das Seufzen einer längt verflogenen Motivation. Unsere Umgebung verkommt schneller, als wir sie wieder herausputzen können. Und oft genug ist es uns auch egal, wir sind zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, die uns aber auch nicht glücklich machen.

Das ist eine weitere Ebene in den Fotos, die etwas in mir nachdenklich zum Schwingen bringt. Die meine Beziehung zur Gestaltung des Großraumes, in dem ich lebe und mich bewege, anspricht, sie in Frage stellt. Ich bekomme die Traurigkeit vorgeführt, die sich bei genauer Betrachtung auf den Gebäuden und Fassaden abzeichnet.

Frank Kunert ist Jahrgang 1963. Er wurde in Frankfurt geboren und machte nach dem Abitur eine Fotografenlehre. Nachdem er einige Jahre lang als Assistent in Fotostudios tätig war, machte er sich 1992 selbstständig. Inzwischen kann er sich hauptsächlich um die Gestaltung und Fotografien seiner “Kleinen Welten” kümmern.

Er wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet und seine Werke sind seit über zehn Jahren mehrmals jährlich in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Dort kann man oft auch einmal einzelne Modelle, die die Grundlagen seiner Fotos bilden, mit den eigenen Augen von allen Seiten betrachten.

Neben den “Kleinen Welten” gestaltet Frank Kunert auch fotografische Buch- und Werbeillustrationen, für die er wiederum mit Modellen und Knetfiguren arbeitet. Bei diesen wird ebenso sein handwerkliches Geschick sichtbar, sie leben aber meistens in ganz anderen Farb- und Stimmungswelten.

Die ganze Bandbreite seines Schaffens könnt Ihr natürlich auf seiner Webseite sehen. Diese legen wir Euch darüber hinaus aber auch noch ans Herz, weil Ihr dort auf einigen Bildern sehen könnt, wie die Modelle für die “Kleinen Welten” entstehen. Im Rahmen der Arbeitsumgebung im Studio und oft mit Frank Kunert selbst als Größenvergleich. Beeindruckend!

Frank Kunerts Arbeiten sind außerdem in vielfältiger Form zu erwerben. Wer sie also jetzt schon liebgewonnen hat, kann sich schon einmal überlegen, was er haben möchte: Postkarten, Drucke von klein bis ganz groß, den Bildband “Verkehrte Welt” – oder doch lieber ein Frühstücksbrettchen?

– Aileen Wessely; kwerfeldein.de, 12. März 2012

Bilder mit einem doppelten Boden, Fotografien, die auf den zweiten Blick eine hintersinnige, skurrile, witzige Welt offenbaren, kunstvoll arrangierte und raffiniert abgelichtete Miniatur-Bauten, die mühevolle Kleinarbeit, aber auch große Professionalität verraten - all das sind Frank Kunerts Fotos, die jetzt auch als Wandkalender (54x38 cm) erhältlich sind. Auf den zwölf Monatsblättern finden sich Situationen, die beim genaueren Betrachten ihre Absurdität verraten: eine Kinderrutsche führt auf eine Schnellstraße, die Kirche ist jetzt ein Parkhaus, eine Autobahn führt quer durch eine Reihe Wohnhäuser ... Kreative und humorvolle Bilder von "Alltagssituationen", die fast schon an Karikaturen erinnern.

– FAZ.net, 10. November 2011

In Frank Kunerts Atelier hat die Welt in ordentlich beschrifteten Pappkisten Platz. „Hier sind die Bäume – mit und ohne Laub“, sagt er, reckt sich und zieht einen Karton aus dem obersten Fach eines Ikea-Regals. „Daneben sind Gräser und Moose, und dann gibt’s das Ganze natürlich auch noch in der Winterausführung mit Schnee...“ Kunert kramt weiter, fördert aus einem anderen Karton abgebrochene Zweige und Wattebäusche ans Licht. Die werden zu Bäumen und Wolken, wenn der 48-Jährige in seinem Haus in Boppard wieder einmal einen winzigen Ausschnitt unserer Wirklichkeit nachbaut. Mit Modellbau und Puppenstubenromantik hat die aber nur am Rande zu tun. Denn Kunerts „kleine Welten“, wie der Fotograf seine Modellbauten nennt, bilden nicht bloß unsere Umgebung ab, sie spitzen unsere Lebenssituationen ironisch zu. Letztendlich sind sie nur ein putziges Mittel zum Zweck: Kunert lichtet die Modelle nach der meist wochenlangen Bauphase ab. Sie sind nur die Kulisse für seine Fotografie absurder Architektur, die witzig ist, verstört und immer eine Pointe hat.“Sonnenseite“ etwa zeigt den Ausschnitt einer lichtüberfluteten Fassade mit Balkon. Die Flügeltür steht offen, ein Vorhang weht, auf dem Balkon stehen zwei mickrige Bäume in Terrakottatöpfen, neben dem Geländer hat jemand Besen, Kehrblech, Putzmittel und einen Spülschwamm abgelegt. Der Sommer kann kommen, könnte man meinen – bis der Blick auf das Bahngleis fällt, das nur wenige Zentimeter unter der Wohnidylle durchführt. „Ich finde es interessant, auf ganz kleinem Raum eine Welt zu schaffen, die aussieht, als wäre sie real“, sagt Kunert. Der Fotograf spielt mit der Idee des Alsob. Denn bei genauem Betrachten gibt es in seinen Bildern immer etwas, das nicht funktioniert: eine Rutsche, die auf einer Schnellstraße endet, eine Trinkhalle unter Wasser oder eine Autobahn, die zwischen den Mauern zweier Wohnblocks durchführt. Mit 16 hat der gebürtige Frankfurter sein Interesse an der Landschaftsfotografie entdeckt, die hat ihn später zu einer Lehre für Werbe- und Industriefotografie angesteckt. Seit ein paar Jahren ist der Fotograf aufs Bauen und Inszenieren absurder Architekturen spezialisiert. Mini-Varianten baut er schon mal im Auftrag für Werbefirmen oder Imagekampagnen. Meist aber bereiten die Modelle seiner Fotografie eine theatralische Bühne. In Kunerts Atelier lässt sich hinter die Kulissen so mancher Inszenierung blicken. Dort steht zum Beispiel das Modell zu „Hotel Bellevue“. Das Versprechen einer schönen Aussicht ist allerdings auch hier ironisch zu verstehen: Der Vorplatz ist voll welken Laubs und herabgewehter Äste, am Eingang sind die Blumen in ihren Kübeln verdorrt. Auf den Fenstersimsen im Innern liegen verwaiste Gegenstände – immerhin, ein paar Pflanzen haben Überlebenswillen bewiesen. Mit viel Fantasie und peniblem Hang zum Detail hat Kunert einen Ort des Grauens inszeniert und dafür seinen Fundus und manchen Laden mit Puppenzubehör geplündert. Doch wer hinter die Fassade schaut, stellt schnell fest: Die Illusion endet im toten Winkel des Kamerablicks. Spätestens da unterscheidet sich die Kunst von der Spielzeugkulisse. Im Juni bereitet das New Yorker Museum of Arts and Design Frank Kunerts „kleinen Welten“ eine ganz große Bühne: Zwei seiner Arbeiten sind dort in einer Gemeinschaftsausstellung mit anderen Miniaturkünstlern zu sehen. Doch der Fotograf hat auch ein Faible fürs Kleinformat und so die Postkarte „als Werbeträger, der auch noch Geld bringt“, entdeckt: Für die wachsende Serie, die er über den Buchhandel und das Internet vertreibt, hat er Märchen mit Knetfiguren einmal anders oder zu Ende erzählt. „Niedlich“, kommt dem Betrachter da gleich wieder in den Sinn. Bis er bemerkt, dass auch hier der erste Eindruck gehörig in die Irre führt.

– Nicole Mieding; Rhein-Zeitung, 11. Mai 2011

Das absurde Eigenheim – Die lustigen Fantasien von Frank Kunert: Er bastelt sich die Welt zurecht – und fotografiert sie dann so, als sei’s die Realität.

Die Häuser kennt man doch! Der Putz, die Türen, das Satteldach, ziemlich deutsch das Ganze, ein bisschen schäbig, verbraucht – so sah es in unserer Kindheit aus. Oder fast. Hier nämlich führt die Tür in den Abgrund, der eine Balkon ist zugemauert, der andere hängt über den Gleisen. Doch das nimmt man erst auf den zweiten Blick wahr.

Frank Kunert baut Illusionen. Eine Welt, die es nicht gibt, die es aber, davon ist der Betrachter überzeugt, geben könnte. Manchmal meint einer sogar, ein Gebäude wiederzuerkennen. Andere glauben, der Fotograf sei extra nach Ostdeutschland gefahren. Das musste er gar nicht. Frank Kunert, Jahrgang 1963, findet in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main reichlich Vorlagen. Und dann ist da noch die Erinnerung an die Häuser seiner eigenen Kindheit, die ihn geprägt haben. Und die er jetzt weiterdenkt. Schon als kleiner Junge hat er gern Häuser gebaut, aus Lego, mit Fischertechnik. Heute, als Erwachsener, schafft er ganze „Kleine Welten“. So heißt die Ausstellung mit seinen witzig-melancholischen Fotos, die gerade im Stadtmuseum Münster eröffnet wurde. Höchstens 60, 70 Zentimeter sind die Gebäude hoch, der Maßstab schwankt zwischen 1 : 10 und 1 : 80. Aber so ein Haus zu bauen, das braucht seine Zeit. Vor allem wenn es nicht neu, sondern alt und gebraucht aussehen soll, vielleicht schon von der Natur eingeholt, von Moos überwuchert. Vier bis sechs Modelle, mehr schafft Kunert nicht im Jahr, so minutiös und liebevoll widmet er sich allen Details. Das Grundmaterial sind Leichtschaumplatten, die auch Architekten für ihre Modelle benutzen, darauf kommen mehrere Schichten Farbe, damit das Ganze echt aussieht. Als „erbsensuppenfarben“ hat ein Kritiker den Grundton bezeichnet, das trifft ihn, findet Kunert, ganz gut. Die Gebrauchsspuren und Alterserscheinungen sind wichtig, um die Absurdität zu erhöhen: So verwittert, wie das Haus aussieht, muss doch schon seit Jahren jemand den Teppich über das Balkongeländer (das aus feiner Wellpappe besteht) hängen.

Kunerts Schubladen sind voll mit Verpackungsmüll, Stoffresten, Baumwurzeln, die auf ihren Einsatz warten. Aus der Flasche Kloreiniger bastelt er das Klo. Und während all dieser Monate des Tüftelns redet er mit niemandem über das aktuelle Projekt. Nicht mal seine Freundin darf es sehen. Abends, nach der Arbeit, wird die Baustelle im Wohn-Atelier zugedeckt. Dem gelernten Fotografen gefällt seine Langsamkeit. „Durch die vermeintliche Umständlichkeit entwickeln sich Ideen.“

Seine Bilder lassen an Kafka denken, einige fühlten sich an Robert Gernhardt erinnert. Das findet Kunert, ein Fan von Loriot und Sempé, interessant: Er liest nämlich wenig. Er braucht einen leeren Kopf für eigene Geschichten. Inspirationen findet er eher auf Spaziergängen, beim Fernsehen. „Ideen entstehen oft beiläufig.“

Im Grunde ist der Fotograf Bühnenbildner: Er schafft den Raum für Fantasien. Das Theaterstück muss sich jeder selbst ausdenken, die menschenleeren Bilder in Kombination mit den Titeln verlocken dazu. Die Szenen versprechen ein Geheimnis, eine Geschichte: „Da könnte was passieren“. Nicht zufällig zieren sie einige Buchcover, zum Beispiel von Harald Martenstein. Welches alte Ehepaar hat sich sein herrschaftliches Esszimmer so eingerichtet, das die Gatten nicht mehr einander ansehen müssen, sondern nur noch ihre Fernseher? Kommt gleich ein Zug vorbeigerast und reißt den Balkon mit sich, der knapp über den Gleisen hängt? Kunert möchte, dass die Leute die Bilder nicht nur als Gag betrachten, sondern „lesen“. Was viele offenbar tun: Inzwischen kann er, wenn gelegentlich noch ein Fotoauftrag, etwa vom „Spiegel“, dazukommt, von seinen Häusern leben, es gibt sie als Fotos, Buch und Postkarten, ein paar sogar als Frühstücksbrettchen.

Das Licht war es, das Kunert zur Fotografie gebracht hat. Das muss auch jetzt stimmen. Eine Woche braucht er, um seine fertigen Modelle mit der Großbildkamera abzulichten. Kunert setzt die Häuser so in Szene, das das zweidimensionale Bild – nicht zuletzt dank der Schatten – räumlicht wirkt, der Zuschauer in die kleinen Welten eintauchen kann. Als Jugendlicher hat er vor allem Landschauftsaufnahmen gemacht, am Ende hat ihn die Architektur doch mehr gereizt. Weil sie von Menschen erzählt, von ihren Sehnsüchten nach Sicherheit und Geborgenheit. „Der Traum vom Glück“, so heißt eins der Bilder.

– Susanne Kippenberger; DER TAGESSPIEGEL, 28. Februar 2010

Angehaltene Katastrophen: Liebevoll erfindet der Modellbauer und Fotograf Frank Kunert unscheinbar graue Architekturwelten, die erst auf den zweiten Blick den Irrsinn offenbaren, der sich darin ereignen könnte.

Das Foto zeigt eine Kinderrutsche, die einige Meter über der Straße endet. Es könnte eine Verladerinne sein, wie man sie von Güterbahnhöfen kennt. Wenn hier ein Kind rutscht, stürzt es auf den Asphalt und ist tot. Umso boshafter, dass knapp vor dem Spielgerät ein Warndreieck mit dem Symbol „Vorsicht, Kinder!“ montiert ist. Jetzt fehlt bloß noch ein Satz à la Klaus Staeck wie: Arbeiter, die SPD will Euch den Spaß an Eurem Porsche verderben! Also ein politisches Bild, weil lediglich Schilder aufgestellt werden, statt Gefahrenstellen zu beseitigen?

„Das Leben besteht aus Verdrängen", sagt Frank Kunert, der solche Fotos inszeniert. "Man geht mit Situationen um, die gar nicht gewollt sind, irgendwann merkt man es nicht mehr.“ Niemand würde Kunert eine Bösartigkeit zutrauen. Sensibel, fast verletzlich wirkt er. Nicht wie ein Savonarola, der zur Umkehr mahnt. Kunert ist ausgebildeter Fotograf, seine Motive baut er sich als Modelle aus kartonkaschierten Leichtschaumplatten, Fundstücken und Puppenstubenbedarf. Die Fotos, meist Postkarten, verkauft er an Geschäfte, Galerien, Museumsshops und den Buchhandel. Für Häuser nimmt er gern den Maßstab 1 : 20. „Ich gehe von den Türen aus, die Haustür ist zehn Zentimeter hoch, das kann man sich gut merken. Die Maßstäbe ändern sich, je nachdem. Ich bin an die Platzverhältnisse von meinem Arbeitstisch gebunden.“ Der steht in einem Zwei-Zimmer-Wohnbiotop, in dem Hausrat, Lebensmittel, Baumaterial, volle Wäscheständer, Werkzeugkisten, Bilderrahmen, Geschirr und alte Modelle gleichberechtigt in Reichweite harren. Man ist sich nicht sicher, ob in diesem Wertstofflager alles sortenrein getrennt bleibt oder ob auch mal eine Zahnbürste oder ein Teesieb in die gerade entstehende Collage eingearbeitet wird.

Kunert macht keine Politik, seine Themen sind satirische Versuchsanordnungen, unwirklich bis in die penible Ausführung. Fantasie- und Actionfilme haben uns längst andere Maßstäbe beschert. Wenn ein explodierender Tanklaster ein halbes Dutzend Polizeiautos plättet, wollen wir das in Zeitlupe sehen, jede Kleinigkeit muss stimmen und „echt“ aussehen. Die Trümmer, die uns im täglichen Leben erspart bleiben, können in Kino nicht hoch genug fliegen. Was Frank Kunert dagegensetzt, ist eine andere Wirklichkeit. Sie funktioniert nur im Kopf, sozusagen para-realistisch. Wie die zwei Mietshäuser im Abenddämmer. Man sieht ein wenig in die friedlichen Wohnungen, aber dann entdeckt man einen Autobahnwegweiser an der Brandwand und einen Tunnel, der sich direkt hinter den Fenstern durch das Haus bohrt. Sieht aus, als habe McKinsey die Verkehrsplanung überarbeitet. Für Herrn Tiefensee ist das Routine, schließlich leitet er das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, solche Vorschläge kriegt er täglich auf den Tisch - siehe Stuttgart 21.

Dazu passt auch ein anderes von Kunerts Fotos. Dicht unter dem niedrigen Balkon eines trist verputzten Hauses führt ein Gleis entlang, als habe jemand die Teilprivatisierung der Bahn auf eigene Faust gelöst - was bei den ständigen Verspätungen im Fahrplanablauf vielleicht noch gar nicht aufgefallen ist. Aber es sieht nicht nach Streckenstilllegung aus, die Schienen glänzen. Wenn jetzt ein ICE herandonnert, wird der Balkon atomisiert, Neigetechnik hin oder her.

Gemeinsam ist den Bildern, dass es sich ausnahmslos um grau gewordene, mit dem Alter vernarbte Häuser handelt, sie könnten in Bitterfeld oder Herne stehen. Eins hat Fenstertüren ohne Balkonplatten vor der einen Fassade und unbegehbare Austritte auf der anderen. Energieeinsparverordnung, völlig richtig: hier unbehinderte Sonneneinstrahlung, dort kein Wärmeverlust. Die gefährlichen Türen sind leise angelehnt, auf den hermetischen Brüstungen lüften Badematten. Da wohnen Menschen. Es findet Leben statt. Auch das unmögliche. Die Welt ist verrückt, Toilettenschüsseln ragen aus den Dächern, Bürgersteige klappen hoch, Sprungtürme weisen ins Leere. Ja und? Dass es Ängste und Ahnungen gibt, wie sie die Künstler vor dem Zweiten Weltkrieg gespürt haben, das will Kunert nicht ausschließen. „Es kann jeden Moment etwas passieren. Im Grunde leben wir immer bedroht.“ Aber er überlässt es dem Betrachter, was er daraus liest. Es sind angehaltene Katastrophen, nichts ist passiert. Der Notausgang Ironie bleibt offen.

Gibt es Tabus? „Tabu wäre für mich, nur um der Provokation willen etwas zu machen", sagt Kunert, "das Bauen kostet viel Zeit. Deshalb muss mich zuerst die Idee beschäftigen.“ An seinen verkehrten Welten bastelt er geradezu liebevoll, man spürt etwas Menschlich-Gemütliches, trügerische Walzerstimmung wie bei Georg Kreisler: Geh mer Tauben vergiften im Park! Aber Kunert will niemanden vergiften. Es soll kein Lachen im Halse stecken bleiben. Gerade Mütter und selbst das Jugendamt haben die Karten mit der lebensgefährlichen Kinderrutsche bestellt.

– Wolfgang Bachmann; HÄUSER 4/09, 13. Juli 2009

Doch die Irritation bleibt, und sie ist einer der vielen Gründe, die Kunerts Werke so reizvoll machen. Frank Kunert spielt in „Verkehrte Welt“ mit der Realität und unserer Wahrnehmung, mit der Vergangenheit und eingefahrenen Denkschemata. Seinen Stil könnte man als minimalistische Lautmalerei beschreiben, die jederzeit zu explodieren droht. Sie schleudert uns unsere eigenen Denkmuster entgegen und regt so unweigerlich zum Nachdenken an.

– Kulturmagazin saubereingeschenkt.de, 25. Januar 2009

Kunert verbindet Tiefgründiges mit Leichtigkeit und schwarzem Humor. Ihn interessiert das Menschliche hinter dem Absurden des Alltags: wenn wir in aussichtslosen Situationen so tun, als sei nichts, denn das Leben muss weitergehen.

– 3sat/Kulturzeit, 16. Dezember 2008

Wenn sich alte Boxershorts in Gardinen verwandeln, Filzstiftkappen in Blumentöpfe und Zahnseidehülsen in Tunnelbeleuchtungen, dann ist Frank Kunert nicht weit. Der Frankfurter Fotograf bastelt sich mit aufwändigen Modellen eine Welt, wie sie ihm gefällt. Alles in minutiöser Handarbeit, Photoshop ist und bleibt Tabu für ihn. Weiteres Markenzeichen: Seine Bilder haben Witz. Es ist ein feinsinniger, manchmal schwarzer Humor.

– PHOTOGRAPHIE, 01. Juli 2008

Die Vorgeschichte ist immer dieselbe: Sie führt in ein Frankfurter Hinterhofatelier, in dem Kunert mit kleinen Modellen die Welt auf den Kopf stellt. Alles wirkt echt; aber nichts würde in Wirklichkeit funktionieren. Manchmal mit satirischer Schärfe, manchmal mit einem Hauch von Melancholie inszeniert Kunert Verwirrspiele, in denen er die Absurditäten unseres Alltags auf die Spitze treibt. „Hinter jeder Trostlosigkeit steht der Wunsch nach Trost“, sagt er. Dass bisweilen schon ein Augenzwinkern weiterhilft, belegt er mit seiner Reise in verkehrte Welten.

– Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Juni 2008

Karl Valentin hätte sich mit diebischer Freude vor Lachen verbogen. (...) Ein Buch, so wertvoll wie ein Kinderlachen an einem trübsinnigen Tag.

– NDR Kultur zum Bildband "Verkehrte Welt, 23. Juni 2008

Frank Kunert ist nicht nur Fotograf, sondern auch Modellbauer - und vor allem ein großer Ironiker. Kunert studiert Alltäglichkeiten, dann entwirft er dazu ein Bühnenbild. Penibel genau inszeniert er seine Kulissen, die die Realität so verfremden, dass sie kenntlich wird.

– BÜCHER, 01. Juni 2008

Greifbar und sinnlich sind seine Welten allemal, und außerdem überaus lustig. Schließlich braucht die Wirklichkeit auch Humor.

– Heilbronner Stimme, 27. Mai 2008

Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, dieses Buch nur als einen Fotobildband zu betrachten. Obgleich es sich natürlich um eine fotografische Arbeitsweise handelt und das finale Werk eine Fotografie ist, besitzt das Projekt für mich eher die Merkmale der Bildenden Kunst - von Installation, Objekt oder Inszenierung. Kunerts Feinsinn und sein Drang zur visuellen Anarchie machen Spaß, regen an - hinterlassen dennoch das untrügliche Gefühl, dass viele dieser Szenen, so überzeichnet sie auch sein mögen, einen realen Hintergrund besitzen. Und da bleibt die Satire leicht im Halse stecken.

– PHOTONEWS 4/2008 zum Bildband "Verkehrte Welt", 01. April 2008

Nein, wir befinden uns nicht in Absurdistan, sondern in der fantasievollen Welt des Fotografen Frank Kunert.

– COSMOPOLITAN, 01. April 2008

Der 1963 in Frankfurt geborene Künstler baut für seine Fotografien wie eine ganze Reihe von Künstlern Modelle realer Situationen. Anders aber als etwa der viel bekanntere Thomas Demand verzichtet er auf das Pathos der großen Historie. Er findet Träume und Ängste der Zeit in der Ironie der kleinen Dinge.

– Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 16. März 2008

...liebevoll inszenierte und fotografierte Modellkulissen, deren feine Ironie sich erst auf den zweiten Blick enthüllt

– ELLE DECORATION, 01. November 2007

... faszinierend absurde Alltagswelt...

– WESTFALENPOST, 15. September 2007

Kontakt zum Jenseits? Kein Problem in der wunderbaren Welt von Frank Kunert (Jahrgang 1963). Der Frankfurter rüstet Grabsteine mit eigenem Postschlitz für Briefe und Zeitungen aus. Auch sonst stellt Kunert in seiner Fotografie die Wirklichkeit gerne auf den Kopf. Wer jetzt Photoshop-Trickserei à la Doc Baumann vermutet, liegt daneben. Kunert bastelt sich seine Szenen in penibler Handarbeit selbst zusammen, am Rechner würde ihm die Arbeit schlicht zu schnell laufen. So entschleunigt er sein Tempo. Vielleicht ist diese Gelassenheit auch das Geheimnis hinter seinen schrägen Ideen. Je absurder, desto besser. So ist die Rutsche auf die Autobahn besonders bei Familien gefragt: 'Eltern lieben ihre Kinder, Eltern stöhnen über ihre Kinder. In dieser Gemütslage kommt die Rutsche ins Spiel.

– PHOTOGRAPHIE, 01. September 2007

Frank Kunerts Mittelpunkt der Welt befindet sich in seinem Atelier im Stadtteil Höchst. Hier gibt es zahlreiche Schubladen, in denen der Wirklichkeitsvorführer Verpackungsmüll sammelt. Hier fiel eines Tages sein Blick beim Duschen im Bad auf die grüne Plastikkappe der Zahnseide. Sie gab die ideale Lampe für die Tunnelbeleuchtung auf der nicht realen Zufahrt zur täuschend echt wirkenden Pilsstube 'Zum Tunnelblick' ab. Jetzt hat der Illusionist für mehrere Jahre Vorrat an Zahnseide.

– Andrea Rook; Dresdner Neueste Nachrichten, 31. Mai 2007

Jegliche Bildbeschreibungsversuche sind allerdings zum Scheitern verurteilt, denn Kunerts hintergründige, meist schwarzhumorigen Inszenierungen wie 'Ausflugslokal', 'Hänsel und Gretel sind satt', 'Wettergrenze' oder 'Erlebnisbad" entfalten ihre kauzige Komik nur beim eigenäugigen Betrachten. In akribischer oft monatelanger Heimarbeit bastelt Kunert detailversessen Miniaturwelten, die er schließlich fotografiert und mit herrlichen Titeln versieht.

– Sächsische Zeitung, 24. Mai 2007

Angesichts solch erlesener Bosheiten denkt man an Fotomontagen, aber Kunert, Jahrgang 1963, baut all die Szenerien im Kleinen selbst.

– Ulrich von Döltzschen; DIE WELT, 13. April 2007

Frank Kunert ist ein netter Mensch, zuvorkommend, eher zurückhaltend als vorpreschend und wenn er erzählt, schwingt in seinen Worten keine Ironie oder Bosheit mit. Die Ausstellung seiner Bilder zeigt, dass in Kunert eine zweite Seele wohnt. Der 44 Jahre alte Fotograf greift ans Absurde grenzende Alltagssituationen oder Wortgefüge auf und visualisiert sie in scharf pointierter Ironie. (...) Kunerts Motive gibt es in der realen Welt so nicht. Das wäre bei manchen Motiven auch ziemlich fatal - etwa bei der Spielplatzrutsche, die auf einer Straße endet, an der das Schild 'Vorsicht Kinder' aufgestellt ist. Der gelernte Fotograf baut sich mit höchster Akribie seine 'kleinen Welten' selbst und lichtet sie ab. Der Erschaffer dieser Welten ist ein Perfektionist. Die Bildeindrücke sind verblüffend. Zwei Mal hinschauen kann im Zweifel nicht schaden. Schon oft, so Kunert, habe er die Frage gehört: 'Wo haben Sie das aufgenommen?' Er arbeitet Humor und Ironie feinsinnig in seine Werke ein. Auch ergeben die Bilder keine geschlossene Handlung. 'Für mich gehen die Geschichten immer weiter', heißt es bei Kunert. Und diese Geschichten spielen sich häufig in den Stadtrandgebieten ab, wo Vergänglichkeit, Tristesse und Melancholie das Bild prägen. Es sind jene Orte, wo das kleine Glück zuhause ist.

– Detlef Sundermann; Frankfurter Rundschau, 02. Februar 2007

Erstaunliche Effekte erzielt auch der Frankfurter Fotograf Frank Kunert mit Miniaturen - allerdings auf ganz andere Weise. Seine Bauten sind fantastisch, wenn der Betrachter dies auch erst auf den zweiten Blick merkt. Was zunächst ebenfalls nach städtischer Alltagstristesse aussieht, entpuppt sich rasch als absurd: Balkons ohne Türen, Autobahntunnel durch Wohnhäuser, überdimensionale Kochtöpfe als Schwimmbecken. Dabei arbeitet auch Frank Kunert durchweg analog, meist mit Leichtschaumplatten, wie man sie bei Architekturmodellen verwendet. 'Ich bin jemand, der die Dinge greifen muss und beim Tun seine Ideen entwickelt', erklärt er. Und diese Greifbarkeit soll auch für den Betrachter sichtbar werden. 'Bei großen Abzügen erkennt man den Putz auf den Modellen. Das wirkt anders und weniger perfekt, als wenn die Bilder mit dem Computer erzeugt wären.' Kunert will nicht verbergen, dass es sich um Miniaturen handelt, ganz im Gegenteil - darum baut er seine Szenen bewusst nicht allzu groß. 'Sonst würde es zu natürlich wirken. Auf einem großen Abzug darf der Hintergrund ein bisschen unscharf sein, sodass man merkt, dass es sich um ein Modell handelt.' Auch Pinselstriche dürfen mal zu sehen sein und für Irritation sorgen, was die Größenverhältnisse betrifft. Der analoge Look ist Programmn. 'Je mehr wir digitalisiert sind, desto größer ist die Sehnsucht nach dem Greifbaren', so Kunert. 'Diese Arbeit ist wie eine Insel, auf die ich mich zurückziehe.' Eine Woche bis zwei Monate brauche er für ein Modell, erklärt der Fotograf, der gerade bei dem von der New Yorker Society of Illustrators veranstalteten 3rd Biennial Dimensional Salon eine Silbermedaille gewann und dessen Arbeiten bis zum 29. Dezember im Museum of American Illustration zu sehen sind.

– PAGE, 01. Januar 2007

Ein genauer Blick genügt und man wird die Szenen nicht so schnell vergessen. Wer das nächste Mal im Hallenbad auf einem Sprungturm steht, wird vermutlich genauer von oben runterschauen, ob er nicht doch in eine riesige Toilettenschüssel springt. (...) Aber was sollen die Fotos? Warum baut jemand aus Pappe und Leichtschaumplatten – Material, das auch bei Architekturmodellen verwendet wird – solche Miniaturen? Warum werkelt er mehrere Wochen an Gebäuden, die ungefähr 35 Zentimeter hoch sind und auf einer ein Quadratmeter großen Fläche stehen? ‚Mir geht es um ein Spiel mit Gedanken, Bedeutungen und Phantasie’, sagt Kunert. Und erläutert seine Idee am Beispiel des Erlebnisbades. In jeder Kleinstadt heißen Hallenbäder eben nicht mehr Hallenbad, sondern Freizeitbad, Spaßbad oder eben Erlebnisbad. Dabei ist nicht sicher, dass man mit der Eintrittskarte auch einen Gutschein auf ein besonderes Erlebnis löst. Sicher ist nur, dass man schwimmen darf. Und so steckt in seinen humorvollen Werken auch eine feine Kritik an der Freizeitgesellschaft, die sich immer neue Reize schaffen muss. ‚Die wirklichen Erlebnisse finden in unserem Inneren statt’, sagt Kunert. Theoretisch könnten seine Modelle auch ausgestellt werden, ohne fotografiert worden zu sein. Doch dann ginge der gewünschte Effekt der Täuschung verloren. Durch ihre Architektur haftet den Gebäuden der Charme der 50er Jahre an. Gleichzeitig umgibt sie durch den drohenden Verfall ein Hauch von Melancholie. Leichtigkeit und Witz verbinden sich mit Tiefgründigem.

– Fabian Löhe; MAGAZIN der Frankfurter Rundschau, 10. Dezember 2005

Kunert baut seinen Ideen sprichwörtlich ein Haus, indem er sie in kleinen Modellkulissen inszeniert. Er gibt Gedanken- und Wortspielereien dreidimensionale Gestalt und macht sie dadurch im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar. Idee wird verdichtet und materialisiert. Die Miniaturen geraten zum handwerklichen Kuriosum. Mit größter Sorgfalt und stellenweise unfassbarer Akribie werden Details so lange ausgearbeitet und in Szene gesetzt, bis alles perfekt ist und täuschend echt aussieht. Frank Kunert bricht mit der Realität, feinsinnig und hintergründig.

– Leipziger Volkszeitung, 19. August 2005

Kunerts Komödien loten Abgründe aus.

– WELT KOMPAKT, 16. Dezember 2004

Seine Spezialität: Er baut Miniaturen und fotografiert sie dann im Studio – so täuschend echt, dass man am liebsten sofort in den erfrischenden Pool abtauchen möchte...

– ELLE, 01. August 2004

Er sitzt fest, der Widerhaken des Paradoxon im Verstand des amüsierten bis irritierten Betrachters. Und es beginnt das Spiel mit Gedanken und Begriffen, mit Optik, Perspektiven und Sprache, auf mehreren Ebenen und immer vergnüglich.

– Gert Heiland; Neue Wetzlarer Zeitung, 23. Juli 2004

Doch bei allem Witz und feiner Ironie, die sämtlichen Bildern gleichermaßen innewohnen, sind die Modelle der Motive doch wiederum ausgesprochen unterschiedlich hergestellt. DiePalette reicht von architektonisch genauen Vorlagen bis hin zu Knet-Cartoons, die allesamt und sonders bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sind und wohl gerade durch eben jene Detailverliebtheit ihren eigenwilligen Charme gewinnen. Vielleicht ist es sogar eben dieser gemeinsame Charme und Witz, der die gesamten Exponate, bei aller Individualität, auf so nett und sympathisch daher kommende Art und Weise miteinander verbindet. Schön. Richtig schön.

– Jörg Schneider; plan.F, Frankfurter Rundschau, 08. April 2004

Die Szenerien offenbaren automatisch kleine Erzählungen, sie funktionieren wie ein Nonsense-Gedicht von Robert Gernhardt, indem sie vertraute Perspektiven oder Geschichten auf den Kopf stellen.

– Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06. April 2004

Der Mann braucht keine Spezialbrille, um auf die Ideen für seine 3-D-Cartoons zu kommen. Phantasie tut es auch. Frank Kunert baut, bastelt, knetet auf schönste Weise gegen unsere abgenutzten Begriffs- und Vorstellungswelten an. So wie seine kuriosen Miniaturen wechselt auch sein Beruf dauernd die Seiten. Architekt? Geschichtenerzähler? Fotograf? Frank Kunert aus Frankfurt am Main ist alles. Vor allem aber ist er ein origineller Worteverdreher und Gedankenspieler.

– DAS MAGAZIN, 01. April 2004

Ob Hitchcock das wohl witzig gefunden hätte? Vermutlich schon, kann man sich dem verspielten Charme von Frank Kunerts Knet-Fotografien doch schwer entziehen.

– Jens Holst; Frankfurter Rundschau, 27. September 2003

Die aufwändigen Handarbeiten lassen viel Liebe zum Detail erkennen.

– Nadine Mafke; Münchner Merkur, 06. Juni 2003

In Fotografenkreisen sind die Arbeiten Frank Kunerts nicht ganz unumstritten. Doch wer das handwerkliche Kuriosum des Perfektionisten zu schätzen weiß, kann sich beim Anblick der fotografierten Knetcartoons köstlich amüsieren.

– Andrea Späth; PHOTO TECHNIK INTERNATIONAL, 01. Mai 2003

Der Phantasie sind bei Frank Kunerts Miniaturwelten keine Grenzen gesetzt.

– Natascha Kempf; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. März 2003

Es ist eine kleine Welt, aber eine mit großen Möglichkeiten.

– Silke Hohmann; Frankfurter Rundschau, 15. Februar 2003

Kunerts kleine Welten nehmen den Betrachter ein. Wegen ihres feinen Witzes, des spürbar liebevoll-ironischen Blickes und nicht zuletzt der akribisch-genauen Darstellung jedes einzelnen Gegenstandes.

– Annette Wollenhaupt; Frankfurter Rundschau, 15. August 2002

In der Plastilin-Welt des Frankfurters Frank Kunert geht es unbehaglich zu (...) Kein Kalender für total Normale, Mitmenschen mit eher schwarzem Humor kommen hier aber 12 Monate nicht mehr aus dem Grinsen heraus.

– Die Hamburger Morgenpost zeigt die schönsten Kalender für 2002, 15. Dezember 2001